Header Dr. Manfred Steinbrenner Vom Weißmachen des Umsonsten Gedichte

 


One-Day-Stand

Wald hat Raunen aufgegeben,
klar steht feuchte Luft.
Am Himmel bunte Fische beben,
unerklärlich feiner Duft
entfacht sich aus den Erdes-Spalten,
wo Gnome freche Andacht halten,
Raupen still vorüber schreiten:
Ich will eines, will nur Dich,
Du sollst meinen Tag begleiten.

Heerschar farbig-froher Pflanzen
erläutert sie dem Schmetterling,
weshalb Bienen heute tanzen,
Pilz am Wege Feuer fing.
Grummelnd nahe Löwenchöre
als Rückschau auf den Wahn,
weshalb der Prinz in Wirklichkeit
nicht Dir zu Hilfe kam.
Ich mach es anders, Du allein;
sollst heute meine Liebe sein.

Tugend ist kein Warnsignal,
Verstand oft viel zu klein,
Tage mehrfach zu banal
vom Sonnen- bis zum Abendschein.
Mag Moral die Liebe binden,
Zeit nicht Dauer überstehen,
so mag ich die Wahrheit finden,
Dir tief in Deine Augen sehen.

Melodien von Sekunden,
so hab ich es oft empfunden,
vermögen frei zu sein allein
für uns und heute, mein Juwel,
im Glück, bei Dir zu sein.

Künstler Manfred Steinbrenner - zeichnend

Gedicht oder Bild:
anfänglich immer ein leeres Blatt Papier, mit dessen Er-Füllung es sich verhält wie mit der Ich-Werdung des Menschen im Sinne eines Existenzialimus Camus'scher Prägung:

"Das Ich eines Menschen ist nur das, was er geworden ist; in jedem Augenblick ist es die Summe des Lebens, das er bis dahin gestaltet hat. Das 'Nichts' mit dem er beginnt, ist also die Quelle der Freiheit."

Kunst und Leben, Leben als Kunst:
dies in übergreifender Formsprache. Nicht von ungefähr hatte eine der herausragendsten deutschen Künstlerinnen, Else Lasker-Schüler, ihre bildnerischen Werke ebenfalls als "Gedichte" bezeichnet, wobei kein Geringerer als Leonardo da Vinci betonte, dass "die Tätigkeit des Zeichnens anderen Künsten überlegen" sei. "Musik vergeht, Gemälde bleiben und man kann sie anfassen, was bei Gedichten nicht möglich" wäre.

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