Dr. Manfred Steinbrenner moderne Gedichte

 


Debatte

Zwei Krähen saßen debattierlich
am Giebel einer Meierei.
Der Grund des Treffens, wenig zierlich,
war Anlass doch zur Krächzerei.

Man sprach, wie sich die Welt gestalte,
wie sie in immer größerem Maß,
nicht nur sich selbst zum Narren halte,
sondern ihr Aas auch selber fraß.

So meint das eine dieser schwarzen Wesen,
"Man kann nur staunen und verstehen,
dass lupenreine Knochenreste
sehr lang' in Erde noch bestehen und
dass Moral, die himmlisch doch sehr oft sich gäbe,
nichts anderes sei als ein Betrug,
ein Trick, zu fliegen gegen Gitterstäbe,
weil Freiheit nie sich selbst genug."

Künstler Manfred Steinbrenner - schreibend

Dichtung ist Handwerk: eine weitgehend unscheinbare, aus hintersten Ecken der Phantasie als auch genauester Beobachtung hervor sprudelnde, meist rhythmische Ordnung von Worten, Begriffen und Lauten, die sich dem Chaos der Welt wie der Unwägbarkeit von Zeit nahezu gigantenhaft entgegen zu stellen vermag.

Gedichte sind Wahrheit: sprachlicher Ver-dichtung des Erhofften, Geschauten und Erlebten liegt ein Akt des Siebens zugrunde, Reduktion auf Wesentliches.

Worte fassen, erfassen, umfassen: immer wieder neu aus zuweilen kaum erträglicher Luft, aus Wolken des Unsichtbaren zu ziehen, sie in jeweils anderer Weise zusammen zu setzen, um einer Realität gerecht zu werden, wie sie sich dem Alltäglichen oftmals entzieht.

Dichtung ist Freude, Freiheit, Bollwerk, Erfahrung. Sie ist Form, die noch "unmöglichste" Inhalte ans Licht des Tages transponiert.

Dichtung IST!

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